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Eine weitere Lektion

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Tag 6: Von Orio nach Zumaia (18 Kilometer)

„Ich glaube, da liegt ein Missverständnis vor: Du gehst in die falsche Richtung!“ Vor mir steht Gregor und lacht mich an. Mit der falschen Richtung hat er sogar recht, aber ein Missverständnis liegt nicht vor. Ich gehe mal wieder zurück. Diesmal allerdings freiwillig, und verlaufen habe ich mich auch nicht. Jedenfalls nicht wirklich.

„Wow, was für ein toller Weg. Warum führt der Jakobsweg nicht da lang?“, habe ich einige Minuten zuvor gedacht, als ich zum ersten Mal einen Blick auf Zarautz werfen konnte und die Strandpromenade entdeckt habe. Ein Holzsteg führt endlos weit am Strand entlang, nur wenige Meter vom Wasser entfernt. Ich zücke meinen Outdoor-Führer und stelle fest, dass genau diese Promenade als „erheblich schönere“ Wegalternative empfohlen wird. Am Campingplatz muss ich den Abzweig verpasst haben. Ich mache mich also auf den „Rückweg“, wieder den Berg hinauf. Gregor schaut mir mit einer Mischung aus Erstaunen und Unverständnis nach…

Rückblende: Um 7.30 Uhr hat uns Rosa aus dem Bett geworfen. Das Wetter ist immer noch nicht berauschend, es ist bewölkt, Nebelschwaden wabern durchs Tal. Auf das Frühstück verzichte ich, stattdessen packe ich in Ruhe meine Sachen und mache mich auf die Socken (die ich gar nicht anhabe). Wieder gehe ich den Berg hinab, bewundere noch einmal die historischen Gebäude im alten Ortskern und schlage den Weg zum Hafen ein. Die Pfeile schicken mich links an den Booten vorbei, unter der Autobahn hindurch in Richtung Meer. Bald geht es links den Berg hinauf – und nach ein, zwei Kilometern erreiche ich den Campingplatz, der auf einem Hügel vor Zarautz thront.

Vor diesem Campingplatz stehe ich nun wieder und frage mich, welcher der Wege der richtige ist. Da der offizielle Weg ja über die Landstraße nach Zarautz führt, sind hier natürlich keine Pfeile zu sehen. Ich schlage auf gut Glück einen Weg ein – und stelle kurz darauf fest, dass ich richtig bin: an einer Pistenkreuzung entdecke ich die Wegauszeichnung des Fernwanderweges GR 121 mit seinen rot-weißen Streifen.

Kurz darauf kommt wieder das Meer in Sicht. Mittlerweile hat die Sonne die Wolken verscheucht und scheint, was das Zeug hält. Das …

Weiterlesen? Der Bericht über meinen Camino del Norte ist jetzt als Taschenbuch und eBook verfügbar: „Der Weg gibt Dir, was Du brauchst!“ – 400 Kilometer zu Fuß auf dem Camino del Norte

 

 

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Hi, ich bin descalces. Seit 20 Jahren weitgehend barfuß unterwegs - so oft es geht, auch auf dem Jakobsweg...

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